Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026: Energiepreisschock überlagert Fiskalimpuls – Wachstumskräfte versiegen

Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose legt hiermit ihre Analyse der Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft vor, die sie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt hat. Die Gemeinschaftsdiagnose mit dem Titel

Energiepreisschock überlagert Fiskalimpuls – Wachstumskräfte versiegen

enthält eine detaillierte Kurzfristprognose bis zum Jahr 2027 sowie eine mittelfristige Projektion der Wirtschaftsentwicklung bis zum Jahr 2030. Das Schwerpunktthema
befasst sich mit den Ursachen der rückläufigen Arbeitszeit in Deutschland und den Folgen für das Potenzialwachstum in den kommenden Jahren.

Nach einem mehrjährigen Abschwung hat im Verlauf des vergangenen Jahres eine Erholung eingesetzt. Während die exportorientierte Industrie angesichts weiter abnehmender Wettbewerbsfähigkeit, hoher geopolitischer Unsicherheit und fortbestehender handelspolitischer Belastungen kaum Tritt fasste, wurde die Erholung maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen. Der Energiepreisschock,
der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, dämpft die Erholung, dürfte sie aber nicht vollständig zum Erliegen bringen. Dafür sorgt der erheblich expansive Kurs der Finanzpolitik, der vor allem Unternehmen der Verteidigungsindustrie und des Tiefbaus stützt. Im Großteil des Verarbeitenden Gewerbes bleibt die Lage jedoch verhalten.

Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 0,6% und im Jahr 2027 um 0,9% zunehmen, nachdem die Wirtschaftsleistung im Vorjahr mit einem Anstieg von 0,2%
kaum mehr als stagniert hat. Im Vergleich zum Herbstgutachten 2025 haben die Institute damit ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich um 0,6 Prozentpunkte
und für das kommende Jahr um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Langfassung des Gutachtens

Pressemitteilung

Pressekonferenz